Schrottpresse Autoverwertung

Autoverwertung – So wird ein Auto professionell verwertet (Video)

Autoverwertung – Schritt für Schritt
Neben dem Kauf eines Eigenheimes oder einer Eigentumswohnung gehört der Autokauf zu den größten finanziellen Belastungsproben für einen Privathaushalt. Ein Auto ist teuer – was vor allem an der Verarbeitungs- und Konstruktionsleistung liegt, die in dem rollenden Untersatz vereinigt sind.

Aber selbst wenn die Tachoanzeige diverse Erdumrundungen dokumentiert und das Auto nicht mehr mobil ist, hat es noch einen Wert. Einen nicht unbeträchtlichen materiellen Wert, der allerdings nur durch ausgefeilte Technik nutzbar gemacht wird.

Schritt 1: Trockenlegen
Die erste Aktion, wenn ein Auto auf den Schrottplatz rollt, besteht im Ausbau der Batterie. Damit ist der Wagen tatsächlich fahrunfähig, außerdem enthält eine Autobatterie sowohl gefährliche Flüssigkeiten als auch verwertbare Metalle. Um Unfälle bei der weiteren Demontage zu vermeiden, werden die Patronen der Airbags gezündet.
Dann geht es an die Beseitigung sämtlicher Flüssigkeiten. Dies sind teilweise gefährliche und umweltschädliche Stoffe wie das Motoröl oder noch vorhandene Benzinreste, teilweise harmlosere Flüssigkeiten wie Kühlwasser oder Scheibenwischwasser.

Schritt 2: Ausziehen
Bei seiner Einführung war er umstritten, heute ist er einer der wichtigsten Punkte bei der Autoverwertung: der Katalysator. Er enthält eine ganze Reihe seltener Metalle, um deren Aufarbeitung sich spezialisierte Firmen kümmern.

Aber der Katalysator bleibt nicht das einzige Teil, das demontiert wird. Zuerst werden die Räder abgebaut. Möglicherweise können die alten Gummis bei ausreichender Profiltiefe noch verwendet oder aufgearbeitet werden. Wichtiger sind allerdings die Felgen, auf denen die Reifen aufgezogen waren. Hier kann schon eine allzu temperamentvolle Fahrt über einen hohen Bordstein einen Austausch nötig machen.

Einzelne Bauteile wie Motor- oder Kofferraumhaube, Kotflügel, Rücklichter und ähnliches werden ebenfalls demontiert. Damit können Autos derselben Baureihe, die „Kampfspuren“ erlitten haben, relativ preiswert repariert werden.

Ein weiterer Faktor kommt hinzu. Jeder, der schon einmal einen Blick auf Berichte über Gebrauchtwagen geworfen hat weiß, dass bestimmte Baureihen typische Mängel oder Rostanfälligkeiten haben. Hier lohnt es sich also besonders, das gefährdete Bauteil – falls es noch intakt ist – abzuschrauben und ins Regal zu legen.

Schritt 3: Kleinmachen
Die hydraulische Presse scheint auf den ersten Blick das Ende jeder sinnvollen Wiederverwertung zu bedeuten. Der gesamte Wagen wird zu einem Blechfladen oder einem Blechpaket zusammengestaucht, einschließlich Kunststoffen, Polstern und Glas.
Tatsächlich dient diese Reduktion auf das Wesentliche dazu, den Weitertransport zu dem eigentlichen Wiederverwertungsbetrieb wirtschaftlicher zu gestalten. Die Blechpakete können ohne weiteren Aufwand in einem Container verfrachtet werden.

Die nächste Station ist ein Hacker oder Shredder, in dem das Ex-Automobil in kleine Stücke zerteilt wird. Ein Magnetabscheider sortiert im Anschluss alle jene Überbleibsel aus, die magnetisch sind. Diese – Stahl und Eisen – bilden den größten Teil dessen, was einmal ein Auto war. Die so aussortierten Metallreste werden zur Wiederverwertung in ein Stahlwerk transportiert.

Schritt 4. Gewogen und für leicht befunden
Im nächsten Schritt tritt eine Art von überdimensioniertem Staubsauger in Aktion. Es handelt sich um einen „Zyklon“ genannten Eisenturm, in dem die leichten Restbestände abgesaugt werden. Die dadurch erhaltene Masse besteht beispielsweise aus Kunst- und Schaumstoffen oder leichten Metallen. Das Ganze nennt sich „Shredder-Leichtfraktion“ und bedeutet für die Recycling-Experten eine weitere Aufgabe. Denn natürlich lässt man es mit der simplen Absaugtrennung nicht bewenden.

Eine Reihe von Sieben sortiert die Leichtfraktion in verschiedene Größen. Auf der kleinen Seite finden sich dann Glasreste oder der Sand, der im Laufe eines Autolebens in den Innenraum geschleppt wurde. Die größten Stücke werden per Hand sortiert. Auf diese Weise können beispielsweise elektronische Bauteile – wegen ihres Anteils an Edelmetallen begehrt – oder größere Kunststoffteile gesichert werden. Sind solche Kunststoff-Materialien sortenrein sortiert, steht einem neuen Leben als Stoßstange nicht mehr viel im Weg.

Schritt 5. Aufsteiger und Sitzenbleiber
Auch nach den bisherigen Arbeitsschritten bleibt ein Rest übrig. Noch einmal wird das Prinzip des Staubsaugers genutzt – allerdings umgekehrt. In der entsprechenden Anlage wird das restliche Material mit Pressluft getrennt. Die leichten Teile fliegen oben durch einen Schlitz und werden aufgefangen. Bezeichnet als „Flusenfraktion“ können diese Überreste – von Dämmstoffen, Schaumstoffen, Polsterung oder Sitzbezügen – als Brennstoff eingesetzt werden. Zu den „Sitzenbleibern“ im Trennungsprozess gehören kleine Metall-, Gummi- oder Kunststoffteile.

Schritt 6. Förderband und Magnetfeld
Der gesamte Restbestand wird auf einem Fließband mit hohem Tempo durch ein Magnetfeld geschickt. Man nutzt die unterschiedliche Magnetisierbarkeit der einzelnen Teile zu ihrer weiteren Trennung. Leichter magnetisierbare Teile werden am Ende des Fließbands fortgeschleudert. Die schwerer magnetisierbaren Teile fallen direkt in einen Schacht. Dabei handelt es sich um Kunststoffteile, um besondere Metalle oder kleine Kabel.

Nach einem weiteren Sortiervorgang landet diese Fraktion auf einer speziellen Maschine, die mittels einer Abfolge vibrierender Stufen – man könnte von einer „Wasserfalltreppe“ sprechen – vier verschiedene Materialkategorien unterscheidet: Plastik und Gummi, Keramik, Glas und Steinchen, Metalle und zuletzt die Käbelchen, die wegen ihres Kupfers wertvoll sind.

Schritt 7. Trommel und Flüssigkeit
Diejenigen Teile, die sich als leichter magnetisierbar erwiesen haben und am Ende des schnell laufenden Förderbandes weggeschleudert wurden, werden in eine große Trommel geladen. In dieser Trommel befindet sich eine spezielle Flüssigkeit, die zu der simplen physikalischen Unterscheidung in „schwimmt“ und „schwimmt nicht“ führt.

Zur „Schwimmabteilung“ gehören vor allem Aluminiumteile. Die „Nichtschwimmer“ bestehen ebenfalls aus Metallen. Hier wird noch einmal mit der Hand sortiert – Kupfer ist besonders wertvoll. Teilweise wandert aber auch wertvolles Metall anderer Art an den Sortierern vorbei. Nämlich Münzen, die irgendwann einmal im Auto verloren gingen.

Fazit: Verloren geht gar nichts.
Selbst nach dieser technisch aufwendigen Bearbeitungsphase bleibt für spezialisierte Betriebe immer noch etwas zu tun.

Grob gesagt wurde das ehemalige Auto in seine hauptsächlichen Bestandteile Stahl und Aluminium zerlegt. Beide Materialien bleiben auch nach der Wiederverwendung das, was sie waren: Stahl und Aluminium. Spezielle Stahlsorten oder weitere Metalle werden, unter Umständen nach weiterer Sortierung, ebenfalls einem neuen Verwendungszweck zugeführt.

Plastik und Gummi können sortenrein sortiert werden und begegnen uns möglicherweise in ihrem zweiten Leben als Blumenkübel, Bodenbelag oder Lärmschutzwand. Oder sie finden erneute Verwendung im Automobilbau. Das gilt natürlich auch für die großen Kunststoffteile.

Die Nutzung der „Flusenfraktion“ als Brennstoff war schon erwähnt worden. Aber selbst jener Haufen, der sich aus Sand oder Glasresten zusammensetzt, findet weitere Verwendung und zwar in der Bauindustrie.

Schwieriger wird es dort, wo verschiedene Materialien miteinander verbunden sind, also beispielsweise Aluminium und Gummi. Weiteres Beispiel sind den schon öfter erwähnten Käbelchen, bei denen das begehrte Kupfer-Innenleben von einer nunmehr störenden Kunststoffhülle umgeben ist. Das gleiche gilt für die elektronischen Platinen, die ihre Edelmetalle auch nicht gerne freigeben. Aber die Autoverwertung / Wiederverwertungstechnik weiß auch mit diesen unwilligen Kandidaten umzugehen und ihnen ihre Schätze zu entreißen.